Deutsche Titel amerikanischer Produktionen haben gar manchesmal eine höchst rätselhafte Verbindung zum Original. Das von John Schultz produzierte Actionabenteuer für die ganze Familie gehört definitiv dazu, denn gänzlich unerklärbar scheint der deutsche Titel zu sein, der ausser seinem Gegenstandsbezug durch Adjektive wirklich nichts an Aussage transportiert. Warum man nicht den Originaltitel "Aliens in the attic" mit "Aliens auf dem Dachboden" übersetzte bleibt auf ewig das unerklärte Mysterium seiner Übersetzer. Vermutlich waren genannte "Noobs" dabei selbst am Werk
Sei es wie es sei - am Film selbst kommt man jedenfalls nach Einlegen der DVD nicht vorbei. Andernfalls hätte man sich die Silberscheibe ja sparen können. Fraglos gibt es zahllose Komödien für Heranwachsende auf diesem Planeten und warum sollte ausgerechnet dieses Werk interessant sein?! Nun hier zunächst erstmal ein Abriß der Story die recht erfrischend anders als der übliche Einheitsbrei ist:
Familie Pearson plant die große Zusammenkunft am See. In einem hübschen Ferienhaus aber wartet auf die fünfköpfige Truppe und dem herannahenden Pendant mit brüderlichen Quintett samt Großmutter allerhand Ungemach. Kurz nach dem Einzug landet auf dem Dachboden eine vierköpfige Schar von Aliens die von ihrer Verhaltensart eher in Richtung lästige Kröte tendieren als sich wirklich beliebt zu machen.
Zunächst zerschießt es die überaus wichtige Satelitenschüssel. Eine Unverfrorenheit für Großmutter die alsbald den jungen widerspenstigen Tom (Carter Jenkins) aufs Dach bestellt. Doch dort erwartet ihn und den lästigen Lover seiner Schwester mehr als nur ein Kollateralschaden für das Fernsehprogramm. Die eher zerstrittene und egoistisch geprägte Klientel der jungen Hausbewohner schweißt es angesichts der heraufziehenden Bedrohung zusammen und ein Kampf um die Etagen beginnt von dem die Erwachsenen nichts mitbekommen sollten.
Neben dem klaren Bild und der knackigen Sounduntermalung der Gefechte in DD 5.1 bietet die Scheibe noch allerhand Extras die neben alternivem Ende, gestrichenen Szenen und vielem Mehr die DVD zu füllen verstehen was nach dem doch recht knapp 80-minütigem Vergnügen auch dringend nötig ist.
Fazit: In groben Zügen hat der Film einige Elemente von "Kevin allein zu Haus" und "Gremlins" konsequent gemischt. Jedoch ist das Besondere an dem Streifen, dass er mit besonders witzigen Dialogen und einer Situationskomik (besonders gelungen - Großmutter im Matrix-Style) zu punkten weiß. Sein Moral sich nicht kleiner zu machen als man ist scheint ohnehin eine wichtige Lektion für junge Leute zu sein, die jederzeit angesagt ist.
Damit spricht der Film durchaus auch ältere Kinder an und weiß als Familienfilm gut zu unterhalten. Natürlich erfindet auch John Schultz das Rad nicht neu, aber sein Film ist ein Werk das aus dem Einheitsbrei der unzähligen Familienfilme überaus angenehm heraus sticht und Momente birgt die man sich gerne mehrmals zu Gemüte führen kann und anschauen möchte. Daher ist ihm tatsächlich ein gewisser Kultfaktor nicht abzusprechend. Die Extras sind ebenso gut wie die Qualität der Abtastung. Mein Rat -> für die ganze Familie mit Kindern bis zu 12 Jahren.
Wertung:
Film 4 von 5 Sternen
Bild und Ton 4 von 5 Sternen
Extras 4,5 von 5 Sternen
Gesamt 4 von 5 Sternen